Wie schützt uns das Immunsystem vor Infektionen?
Posted on 11. Nov, 2011 by Gesundheit-Magazin in Allgemein
Prinzipiell werden wir täglich mit Krankheitskeimen wie Viren, Bakterien oder Pilzen konfrontiert. Die meisten werden, von uns unbemerkt, durch das menschliche Immunsystem einfach abgewehrt. Doch wie genau funktioniert dieses hochkomplexe Wunderwerk zu unserem Schutz?
Die erste Barriere: die Haut
Die erste Barriere gegen Krankheitskeime ist eine intakte Haut als das größte Organ des menschlichen Körpers. Die Haut ist durch einen speziellen Säureschutzmantel mit dem pH-Wert 5,5 zusätzlich gegen das Eindringen von Keimen geschützt. Hautpflege ist also auch immer pflege des Immunsystems. Die Schleimhaut des Verdauungsapparates ist ebenfalls Bestandteil dieses Immunschutzes. Die Magensäure wirkt mit ihrem niedrigen pH-Wert außerdem antibakteriell, denn sie inaktiviert verschiedene Eiweißbestandteile von Krankheitserregern und macht diese damit unwirksam. Der Darm schützt durch seine spezielle Darmflora und dem vorherrschenden pH-Wert ebenfalls als Krankheitserregern.
Unspezifische und spezifische Immunabwehr
Wenn diese Krankheitserreger, medizinisch als Antigene bezeichnet, nun doch in das Körperinnere gelangen, so erfolgt die Abwehr durch zwei verschiedene Abwehrsysteme. Es gibt die unspezifische Immunabwehr und die spezifische Abwehr. Die unspezifische Abwehr ist die angeborene Abwehr, die spezifische Immunabwehr ist die erworbene Immunabwehr. Beide Abwehrmechanismen arbeiten zusammen, bilden ein effektives Immunsystem. Zu der unspezifischen Immunabwehr gehören so genannte Natürliche Killerzellen (greifen virusinfizierte Zellen an), Makrophagen (große Fresszellen) und neutrophile Granulozyten (kleine Fresszellen). Körperfremde Substanzen werden also erkannt, angegriffen und aufgefressen (phagozytiert). Um bestimmte Krankheitskeime (Antigene) zu erkennen und zu bekämpfen, wird die spezifische Immunabwehr (B-Zellen und T-Zellen) benötigt. Die spezifische Immunabwehr richtet sich gegen ein spezielles Antigen und damit eine bestimmte Krankheit, zum Beispiel gegen Masern. Verschiedene Krankheiten bringen also spezifisch auf die Krankheit abgestimmte Antikörper in Aktion.
Der Ablauf der Abwehrreaktion
Ein Krankheitserreger gelangt in den Körper. Viren nisten sich in Körperzellen ein und zwingen diese dazu, neue Viren zu produzieren. Dabei wird die Körperzelle verändert und zerstört. Ein Krankheitserreger trägt als Erkennungsmerkmal ein Antigen. Trifft nun eine, auf dieses Antigen geprägte B-Gedächtniszelle auf den Erreger, so vermehren sich diese B-Gedächtniszellen. Sie werden zu Plasmazellen, die genau auf diesen Erreger passende Antikörper, die Immunglobuline, produzieren. Ähnlich funktionieren die T-Zellen. Wird ein Antigen durch eine T-Gedächtniszelle erkannt, vermehren und differenzieren sich diese ebenfalls. Zytotoxische T-Zellen erkennen und zerstören von Viren befallene Körperzellen, dabei reagieren sie auf ihr spezifisches Antigen. T-Helferzellen aktivieren Plasmazellen und Killerzellen. Makrophagen und Granulozyten phagozytieren (= fressen) die zerstörten körpereigenen Zellen, abgetöteten Viren- und Bakterienzellen. T-Suppressorzellen bremsen nach getaner Arbeit die Immunantwort, damit das Immunsystem nicht überschießt.
Mit jeder Erkrankung lernt der Körper dazu. Neue, spezifische Gedächtniszellen werden gebildet. Die T- und B- Gedächtniszellen sind langlebig und sorgen bei Bedarf für eine schnelle Immunreaktion.
Foto: © Vertigo Signs – Fotolia.com
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